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17.10.2017 - 09:53
Foto: Stephan Schätzl

BMW 6er GT: Sportschaukel zum Reiserasen

12.10.2017, 11:27

Wie es scheint, hat BMW aus dem (sagen wir es ohne Umschweife) missglückten 5er Gran Turismo, der 2009 auf den Markt kam, viel gelernt. Jedenfalls hat sein Nachfolger jede Schrulligkeit abgelegt und bringt ein Heck mit, für das er sich nicht schämen muss. Zum Neuanfang gehört auch ein neuer Name: Aus dem BMW 5er GT  wird der BMW 6er GT.

Irgendwie weiß man nicht, was das für eine Fahrzeuggattung ist. Ein Kombi- eskes 6er Gran Coupé? Ein Schrägheck- Kombi? Nennen wir's Kompé. Unter Gran Turismo stellt man sich ja gemeinhin etwas anderes vor als den BMW 6er Gran Turismo, nämlich Sportwagen, die für Langstreckenrennen geeignet sind.

Aber BMW nimmt beide Aspekte hier durchaus ernst: Der 6er GT ist sportlicher zu fahren als der abgelöste 5er GT, was unter anderem daran liegt, dass er im Schnitt 150 kg weniger auf die Waage bringt; in der leichtesten Version, dem heckgetriebenen Vierzylinder 630i, bleiben 1,7 Tonnen übrig. Doch die wesentliche Eigenschaft des 6er GT ist die des Langstreckenprofis. Auf 5,09 Meter Länge (plus 9 cm, bei gleich gebliebener Breite) findet sich viel Platz für vier - und für deren Gepäck: Der Kofferraum hat mit 610 Litern (+ 110 Liter) nun endlich eine adäquate Größe, mit umgeklappten Rücksitzlehnen sind es 1800 Liter.

Viel Technik für sportliches Fahren

Wer die lange Reise als Rennen anlegen will, muss dann halt die richtigen Haken in der Aufpreisliste setzen: Luftfederung an beiden Achsen (an der Hinterachse samt automatischer Niveauregulierung serienmäßig), adaptive Dämpfer, aktive Wankstabilisierung und Integral- Aktivlenkung.

Der Rest ist Charaktersache, denn mit den Adaptivdämpfern kann man den 6er GT per Fahrerlebnisschalter im Handumdrehen so einstellen, dass sich Mitfahrer ohne stählernen Magen innerhalb kürzester ihr Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen lassen - im Comfort- plus- Modus wird der Wagen zur Schaukel.

Am anderen Ende der Skala findet sich hingegen eine Top- Verbindung zur Straße. Das getestete Topmodell BMW 640i GT xDrive erwies sich auf verwinkelten Landstraßen als durchaus agil, nur beim heftigen Herunterbremsen vor Bergabkurven konnten die Augen wegen der über 1,8 Tonnen bisweilen groß werden. Die Lenkung ist grundsätzlich eher leichtgängig ausgelegt; auch im Sportmodus halten sich die Lenkkräfte sehr in Grenzen. Sportler würden sie sich etwas höher wünschen.

Der Motor ist ein Reihensechszylinder mit 340 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Nm ab 1380/min. Er läuft wie gewohnt höchst seidig, seine Kraft wird ebenso serienmäßig wie geschmeidig von der Achtgang- Automatik portioniert. Der Standardsprint ist in 5,3 Sekunden zu schaffen, bei 250 km/h wird wie üblich abgeregelt. Als Normverbrauch gibt BMW 7,7 l/100 km an, 0,7 Liter mehr als ohne Allradantrieb und 15 Prozent weniger als beim Vorgänger. Sparefroh ist der Sechszylinder- Diesel 630d mit 4,9 l/100 km.

was aussieht wie ein Auspuff, ist ein Auspuff. Keine Blende, kein Fake.
Foto: Stephan Schätzl

Die Motoren im Überblick

Zur Markteinführung im November gibt es zwei Benziner und einen Diesel zur Wahl: den 258 PS starken Zweiliter- Benziner 630i (der einzige Vierzylinder im Feld, ausschließlich mit Heckantrieb), den Dreiliter- Sechszylinder 640i mit 340 PS und den 630d mit 265 PS (beide optional mit Allradantrieb). Etwas später folgt der 640d, der mit zwei statt einem Turbolader 320 PS aus den drei Litern Hubraum holt und serienmäßig alle vier Räder antreibt. Ein Vierzylinder- Diesel wird nicht mehr angeboten.

Die Preisliste beginnt bei 69.650 Euro, inklusive LED- Licht rundum, autonomer Parkassistent mit Rückfahrkamera oder Navigation "ConnectedDrive" samt 10,25- Zoll- Touchscreen und iDrive. Optional lässt sich der Preis weit in die Höhe treiben, etwa mit den aktuellen Autonomfahrfunktionen aus 5er- und 7er- BMW, die dem Fahrer auf der Autobahn die Lenkarbeit abnehmen sollen, adaptiven LED- Scheinwerfern oder dem riesigen Head- up- Display.

Unterm Strich

Name ist Schall und Rauch, man muss bei Gran Turismo nicht zuerst an den BMW 6er GT denken. Wenn einem dabei der Ferrari 250 GT einfällt, ist das schon in Ordnung. Tatsächlich ist der große Münchner eine durchaus gelungene Schräghecklimousine mit erhöhter Sitzposition, die sich zwischen 5er und 7er einreiht und dabei einen eigenen Charakter zeigt.

Warum?

  • Wem eine klassische Limousine zu old school ist, der ist hier richtig.
  • Der Spagat zwischen Komfortschaukel und Reisesportler ist beachtlich.

Warum nicht?

  • Ein 5er Touring tut's auch.

Oder vielleicht …

… doch einen BMW 5er Touring?

Redakteur
Stephan Schätzl
Kommentare  
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