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19.01.2018 - 04:11
Foto: Knightscope

Robo- Wachmann vertreibt Obdachlose vor Tierheim

14.12.2017, 20:23

Ein Tierheim in San Francisco hat einen hochentwickelten Sicherheits- Roboter angemietet, um Obdachlose außerhalb der Einrichtung zu vertreiben, die für Einbrüche und Diebstähle verantwortlich sein sollen. Doch dass der künstliche Wachmann Verarmte aus Fleisch und Blut verscheucht, ruft Kritiker auf den Plan. Und sei es nur, weil er auf Streife den Gehsteig blockiert.

"Wir hatten über den Sommer zwei Einbrüche. Hier drinnen gab es Vandalismus und es wurden Besitztümer und Spenden gestohlen", sagt Krista Maloney vom Tierheim SPCA in San Francisco dem IT- Portal "TechCrunch" . Hinzu komme, dass es Schäden an Autos der Mitarbeiter gab und sich viele durch die Obdachlosen außerhalb des Tierheims belästigt gefühlt hätten. Also habe man sich um adäquate Bewachung gekümmert.

Foto: Knightscope

Roboter sorgte für sinkende Kriminalität

Die adäquate Bewachung wurde in den vergangenen Wochen vom Wachroboter K- 9 des Herstellers Knightscope gewährleistet, der auch in US- Einkaufszentren und auf Parkplätzen patrouilliert. Die Vorteile des Roboters: Er kostet pro Stunde sechs statt 16 US- Dollar, die man einem richtigen Wachmann bezahlen müsste. Und er macht nie Feierabend. Die Belegschaft sei zufrieden mit der Lösung, dank K- 9 sei die Kriminalität tatsächlich gesunken.

"Das widert mich absolut an!"

Dass eine Maschine Menschen vertreibt, die es im Leben nicht leicht haben, stößt vielen Bürgern von San Francisco aber auch sauer auf. Eine lokale Spieleentwicklerin und Politikerin poltert auf Twitter: "Tut mir leid, wenn ich es so offen sage: Aber als jemand, der Obdachlosigkeit selbst erlebt hat, widert mich das absolut an." Doch die Bewohner von San Francisco finden K- 9 nicht nur unmenschlich, sondern fühlen sich auch durch seine Patrouillen gestört. Weil er am öffentlichen Gehsteig herumrollt, hat er sich den Zorn einer Fußgänger- Interessensvertretung zugezogen.

Foto: Knightscope

Roboter hat vorerst Gehsteig- Verbot

Die Beschwerden haben gewirkt: Die Stadt San Francisco hat dem Tierheim mittlerweile den Einsatz des Roboters untersagt. Rollt er doch einmal über den Gehsteig, drohen dem Tierheim empfindliche Strafen. Jetzt bemüht man sich um eine ordnungsgemäße Genehmigung für den Roboter - und klagt derweil über wachsende Kriminalität. Seit K- 9 vor dem Tierheim nicht mehr für Recht und Ordnung sorge, sei es schon wieder zweimal zu Vandalismus gekommen, berichten Vertreter des Tierheims.

Foto: stock.adobe.com, krone.at-Grafik

Wachsende Ungleichheit im Silicon Valley

Der Disput über das Für und Wider des Sicherheitsroboters wirft ein Schlaglicht auf die sozialen Probleme des Silicon Valley. Die Kluft zwischen den gutbezahlten Ingenieuren und Programmierern in der Hightech- Industrie und jenen, die nicht in dieser Branche arbeiten, geht immer weiter auseinander. Explodierende Mieten tun ihr Übriges, damit sich viele in San Francisco und Umgebung schlicht keinen Wohnraum mehr leisten können.  Zuletzt wurde gar bekannt, dass jeder Vierte im Silicon Valley seinen Nahrungsbedarf nicht mehr ohne fremde Hilfe decken kann.  Da ist es kein Wunder, dass es Diskussionen auslöst, wenn das Produkt der Digitalisierungsgewinner obdachlose Digitalisierungsverlierer von öffentlichen Plätzen vertreibt.

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Redakteur
Dominik Erlinger
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