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17.01.2018 - 23:07
Foto: Bits and Splits/stock.adobe.com

Das Primärversorgungs- Gesetz reparieren!

11.10.2017, 09:10

Das österreichische Gesundheitssystem steht vor nie dagewesenen Herausforderungen: Während die Bevölkerung stetig wächst, wir alle älter werden und die chronischen Erkrankungen ansteigen, kommt die Gesundheitspolitik mit den gestiegenen Anforderungen nicht mehr zurecht. Zur nachhaltigen und langfristigen Sicherstellung der Versorgung muss die Politik - in Kooperation mit der Ärzteschaft - Maßnahmen ergreifen. Die Behebung des drohenden Ärztemangels , eine Reparatur des Primärversorgungsgesetzes und mehr ärztliche Kompetenz in die Politik  werden gefordert.

Es gibt im niedergelassenen Ärztebereich viel zu wenig Ressourcen. Kassenärzte fehlen, die Sozialversicherungen setzen aufs (Ein- )sparen, die Versorgung bleibt insgesamt hinter dem Bedarf der Bürger zurück. Die Politik stellt die Weichen oft falsch und setzt problematische Prioritäten - sie hat ganz offensichtlich keine Rezepte gegen die Ärzteknappheit und es gelingt ihr nicht, die Rahmenbedingungen der kassenärztlichen Tätigkeit so attraktiv zu gestalten, dass die soziale Medizin auch in Zukunft abgesichert ist. "Ohne Ärzte geht's nicht", so das Motto der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK).

(Primärversorgungs- )Gesetz so kein Allheilmittel!

Zentren, wie das neu erlassene Gesetz sie vorschreibt, sind eine echte Bedrohung für die wohnortnahe Versorgung. Denn sie bedeuten nicht nur längere Wege zum Arzt, oft werden sie auch den Verlust des Vertrauensarztes und das Ende der freien Arztwahl bedeuten. Außerdem kosten Zentren mehr Geld als Arztpraxen, wie wir sie kennen - und das bei fragwürdigem Nutzen. Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassener Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK): "Man präsentiert uns Primärversorgungszentren als Allheilmittel für die drohende medizinische Versorgungskrise. Sie sollen gleichzeitig den Ärztemangel lösen, die Ambulanzen entlasten und noch dazu besonders effizient sein."

Die Forderungen der Ärztekammer lauten:

Österreich braucht ...

  • echte wohnortnahe Versorgung statt Zentralisierung per Gesetz
  • 1300 zusätzliche Kassenarzt- Praxen zur Entlastung der Spitäler
  • einen wirksamen Ausbau der landärztlichen Angebote
Foto: Konstantin Yuganov/stock.adobe.com

Vernetzung von Praxen effektiver als Zentren

Auch die Leiterin des ÖÄK- Referats für Primärversorgung und ärztliche Zusammenarbeitsformen der Österreichischen Ärztekammer, Naghme Kamaleyan- Schmied, warnte vor den im Primärversorgungsgesetz geplanten Zentren: "Das ist eine echte Bedrohung für die wohnortnahe Versorgung. Denn ein Zentrum bedeutet zunächst für viele Patienten längere Wege zum Arzt, es kann auch den Verlust des Vertrauensarztes und das Ende der freien Arztwahl bringen."

Eine sinnvolle Alternative dazu sei die Vernetzung bestehender Arztpraxen untereinander und das Aufwerten der bestehenden Ordinationen durch ein breiteres Leistungsangebot und durch technisches Equipment. "Und das gibt es vielerorts längst, ganz ohne zentrale Anordnung von oben", so Kamaleyan- Schmied.

Video: Ärztekammer warnt vor Mangel an Medizinern

Video: ÖAK

Weitere Informationen finden Sie HIER .

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