Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
20.01.2018 - 16:24
Foto: Karl Schöndorfer, wikipedia.org, krone.at-Grafik

Italiens Rechte schäumen über neue Südtirol- Regeln

19.12.2017, 07:50

Die italienische Rechtspartei "Brüder Italiens" (Fratelli d'Italia - FLI) kritisiert die Entscheidung von ÖVP und FPÖ, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler ins Regierungsprogramm aufzunehmen, scharf. "Hände weg von Südtirol!", schrieb FLI- Chefin Giorgia Meloni am Montag. In Südtirol selbst werden die Pläne der neuen Regierung in Wien größtenteils begrüßt.

"Nach den Milliarden, die Italien für die Südtiroler Autonomie gezahlt hat, pfeift Österreich auf die 1992 besiegelte Streitbeilegung und bietet Südtirolern den Doppelpass an. Dies erfolgt im totalen Schweigen der sozialdemokratischen Regierung in Rom", so Meloni in ihrem Schreiben.

"Österreich darf sich illegale Invasionen nicht erlauben"

"Österreich darf sich illegale Invasionen nicht erlauben. Es ist ein Wahnsinn, zu denken, dass ein Teil Italiens von einer Mehrheit österreichische Bürger bewohnt sein könnte. Das wäre eine verkappte Sezession. 'Brüder Italiens' wird dagegen in Südtirol, im Parlament sowie in jeder Institution auf die Barrikaden gehen", so Meloni. Sie forderte einen Eingriff von Staatschef Sergio Mattarella, um Österreichs Pläne zu stoppen.

FLI-Chefin Giorgia Meloni kritisiert die türkis-blaue Regierung in Wien: "Hände weg von Südtirol!"
Foto: AFP

EU- Parlamentspräsident: "Ära des Nationalismus ist abgeschlossen"

Kritik an der österreichischen Regierung übten auch der italienische Außenminister Angelino Alfano und der aus Italien stammende EU- Parlamentspräsident Antonio Tajani. Alfano wolle mit der Regierung in Wien über deren Pläne diskutieren. Die Gespräche sollen im Einklang mit Italiens Geschichte und "mit dem Schutz unserer Bevölkerungen und unserer Mitbürger" erfolgen, deren Position in Sachen Staatsbürgerschaft "sehr klar" sei, argumentierte Alfano. Laut Tajani wäre es ein "willkürlicher Schritt", Italienern deutscher oder ladinischer Muttersprache den österreichischen Pass zu gewähren. Die Spannungen würden damit genährt werden. "Europa hat zwar viele Fehler, hat aber die Ära des Nationalismus abgeschlossen", sagte Tajani. Benedetto Della Vedoca, Politiker im italienischen Außenministerium, bezeichnete den Vorstoß als "ethno- nationalistisch".

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani
Foto: AFP

Südtiroler Landeshauptmann zurückhaltend

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte am Montag, die FPÖ vertrete eine "nationalistische" Politik, die das Gegenteil der Südtiroler Vorstellungen sei. Die Südtiroler seien überzeugte Europäer, die weiterhin als Vermittler und "Brücke" agieren wollten.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Südtiroler Parteien erfreut über Doppelpass

Auf einer parteiübergreifenden Pressekonferenz in Bozen erklärten sich indes Vertreter der Süd- Tiroler Freiheit, der Freiheitlichen, der SVP- Altmandatare und des Südtiroler Heimatbundes erfreut über die Verankerung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler im türkis- blauen Koalitionsvertrag. Die Umsetzung soll laut FPÖ- Südtirolsprecher Werner Neubauer "bald angegangen werden". Das Gedenkjahr 2018 wäre dafür ein würdiger Anlass, so Neubauer, der aber gleichzeitig einräumte, dass er auch verstehen könne, wenn sich die Vorbereitungen etwas länger hinziehen würden. Arbeitsgruppen sollen offene Fragen klären, eine der Gruppen soll auch in Südtirol angesiedelt sein. Für diese könnte sich Neubauer Altlandeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) als Vorsitzenden vorstellen.

Blick auf Meran
Foto: Suedtirol-Tirol.com

70 Prozent sprechen deutsch

Südtirol gehört erst seit Ende des Ersten Weltkrieges zu Italien, wo es einen besonderen Status der Autonomie hat. Davor war es Teil von Österreich- Ungarn. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 gaben 70 Prozent der Bevölkerung an, deutschsprachig zu sein. Demnach sprachen 26 Prozent italienisch und vier Prozent ladinisch.

Hofer- Rede 2015: "Südtiroler, eure Heimat ist Österreich!"

Der neue Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) hatte sich 2015 in einer Rede für eine Wiedereingliederung Südtirols in den österreichischen Staat starkgemacht.  "Südtiroler, eure Heimat ist Österreich! Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist durch die Autonomie auf keinen Fall enderledigt", sagte Hofer damals anlässlich der "Andreas- Hofer- Feier" des Südtiroler Schutzbundes.

Video: Facebook.com

Redakteur
Franz Hollauf
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum