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17.10.2017 - 09:51
Döblings Bezirkschef Tiller wünscht sich für Beamte wieder die Pragmatisierung.
Foto: Andi Schiel, stock.adobe.com, krone.at-Grafik

Sind 10.200 Euro Gehalt für Bezirkskaiser zu viel?

27.09.2017, 16:40

Verdienen Wiener Bezirksvorsteher mit 10.200 Euro brutto zu viel? "Es ist nach außen hoch, aber es ist in Wirklichkeit weniger", so Adolf Tiller, seit bald 40 Jahren "Kaiser" des Bezirks Döbling. Mit Abzug von Lohnsteuer & Co., Parteibeitrag, Pensionskostenbeitrag und Klubbeitrag bleiben von seinem Gehalt "pro Monat 4436 Euro netto - für 70 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche", so der ÖVP- Politiker.

Der Grüne Thomas Blimlinger, der seit mehr als 16 Jahren Bezirksvorsteher im 7. Gemeindebezirk war, hatte am Mittwoch angekündigt, dass er Ende November sein Amt zurücklegen werde, weil er kein Adolf Tiller werden wolle.

Thomas Blimlinger
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

"Habe mir das nicht einfach nur ausgesucht"

"Wenn Thomas Blimlinger mich erwähnt, dann war ich wohl ein Vorbild für ihn", sagt der Genannte im "Krone"- Gespräch scherzhaft. "Aber die Bürger haben mich neunmal wiedergewählt. Ich habe mir das also nicht einfach nur ausgesucht." Aber die vielen Jahre, die seit seinem ersten Mal als Chef von Döbling ins Land gezogen sind, haben dieses auch verändert - vor allem die Stadt Wien.

"In letzter Zeit ist es nicht mehr so einfach, durch persönliche Gespräche mit Stadträten oder führenden Beamten zu einer raschen und einvernehmlichen Lösung zu kommen", so Tiller weiter. "Die Beamtenschaft hat bei vielen Dingen nicht mehr die Entscheidungswilligkeit, man merkt, dass sie Angst hat, eine falsche Entscheidung zu treffen. Die schützende Hand fehlt."

Er selbst will noch lange weitermachen: "Das hängt natürlich von der Gesundheit ab." Den Krebs jedenfalls hat Tiller aktuell besiegt.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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