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17.01.2018 - 15:59
Niki-Gründer Niki Lauda
Foto: AFP, APA/Barbara Gindl, krone.at-Grafik

Lauda: "Lufthansa will Niki zerstören"

18.12.2017, 08:46

Inmitten der anhaltenden Investorensuche für die insolvente Airline Niki  mit Tausenden gestrandeten Passagieren wird der Ton zwischen Gründer Niki Lauda und der Lufthansa schärfer. Lauda wirft der deutschen Fluglinie gar vor, Niki "zerstören" zu wollen.

Lauda teilte hart gegen den deutschen Marktführer aus: Er warf der Lufthansa vor, die Rückgabe zunächst übernommener Jets zu blockieren, um bei der Neuvergabe von Start- und Landerechten günstig zuschlagen zu können. Der Konzern wies dies entschieden zurück.

Suche nach Interessenten

Niki hatte Mitte der Woche den Flugbetrieb eingestellt, nachdem die Lufthansa die bis dahin geplante Übernahme der Airline nach Bedenken der EU- Kommission wegen der Wettbewerbslage im Luftverkehr abgesagt hatte. Zahlreiche Urlauber versuchen seitdem, mit anderen Anbietern rechtzeitig zu Weihnachten nach Hause oder an ihre Ferienorte zu gelangen. Für Niki werden unter Hochdruck neue Interessenten gesucht, die Frist lief über das Wochenende weiter. Neben Ryanair und der Thomas- Cook- Linie Condor ist der frühere Rennfahrer Lauda im Spiel.

Foto: APA/dpa/Rainer Jensen

Lauda sieht seine Chancen mittlerweile jedoch schwinden - und begründet dies mit dem aus seiner Sicht unfairen Verhalten der Lufthansa nach deren Rückzieher. Der Konzern hatte Rechte an Niki- Jets von Leasing- Firmen übernommen, will sie nun aber wegen der Haltung Brüssels nicht mehr. Der "Bild am Sonntag" sagte Lauda, die Lufthansa weigere sich, die Maschinen herauszugeben. Gibt es keinen neuen Investor, könnten wertvolle "Slots" für Starts und Landungen an Flughäfen neu vergeben werden. "Das ist ein durchschaubares Spiel", meinte Lauda. "Lufthansa will Niki zerstören." Ähnlich äußerte er sich im "Handelsblatt" sowie im "Kurier" und im "Standard".

Lufthansa dementiert

Die Lufthansa dementierte eine solche Taktik nachdrücklich. Es sei klar geregelt, dass die EU- Kommission ihr schon während der Prüfphase ausnahmsweise erlaubt habe, Niki- Jets zu erwerben - und zwar im Interesse einer Aufrechterhaltung des Flugbetriebs. Nur so habe "die Überlebensfähigkeit der Niki sichergestellt" werden können.

Foto: APA/dpa/Marcel Kusch

Falls die Übernahme durch Lufthansa nicht genehmigt würde, sei vereinbart gewesen, dass gekaufte oder geleaste Flugzeuge einem Erwerber "zu Marktkonditionen zur Verfügung gestellt werden müssen. Selbstverständlich wird sich die Lufthansa- Gruppe an diese Vorgaben halten. Sie hat dies bereits Air Berlin und Niki mitgeteilt."

Insolvenzverwalter optimistisch

Der Niki- Insolvenzverwalter ist optimistisch, dass die Rettung der Fluglinie gelingen kann. "Ich schließe aus der großen Nachfrage im Investorenprozess, dass die Chance für eine Rettung von Niki gut ist - trotz des großen Zeitdrucks", sagte Lucas Flöther der "Süddeutschen Zeitung". "Mit der Insolvenz haben wir eine ganz neue Situation. Für Bieter wird die Fluggesellschaft interessanter, weil Nachteile wie bestehende Verträge damit kündbar sind", so Flöther. Auch die zweistellige Millionensumme, die die Lufthansa in Niki gesteckt hat, muss nicht zurückgezahlt werden, da sie eine Insolvenzforderung geworden ist."

Lucas Flöther, Insolvenzverwalter von Fly Niki
Foto: http://insolvenzverwaltung.floether-wissing.de

Lauda, der 2011 bei Niki ausgestiegen war, will in den kommenden Tagen sein weiteres Vorgehen festlegen, sobald er alle Daten des Insolvenzverwalters habe. Die Firma Zeitfracht, die ebenso Interesse an Niki haben soll, wollte sich am Wochenende nicht weiter äußern.

Bis zu 40.000 sitzen gebliebene Passagiere

Andere Airlines hatten angeboten, bis zu 40.000 sitzen gebliebene Passagiere mit ihren eigenen Maschinen zurückzuholen - teils gratis, teils mit Rabatten. Viele Kunden haben gute Aussichten auf Erstattung ihrer Tickets.

Foto: APA

"Die Inhaber der 200.000 direkt bei Niki erworbenen Tickets erhalten - sofern sie ihre Tickets nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin Mitte August 2017 erworben haben - den Reisepreis voraussichtlich voll erstattet", hieß es aus der Insolvenzverwaltung. Bei Pauschalurlaubern müssen sich Reisekonzerne um Ersatz kümmern.

Redaktion
krone.at
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