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17.01.2018 - 11:53
Heidemarie und Michael Heinz betreiben eines der ältesten Spielwarengeschäfte in Wien.
Foto: Groh Klemens

Mit persönlichem Service gegen Lieferservice

18.12.2017, 14:56

Wie konkurriert man mit Handelsriesen? Österreichs Unternehmer wehren sich - und bekommen auch Zuspruch. Die "Krone" hat nachgefragt.

Eine Servicepauschale für Beratungstätigkeit, wenn das Objekt nicht gekauft wird. Die Aktion machte schnell die Runde. So wehrte sich ein Sportartikelverkäufer dagegen, dass sich die Kunden bei ihm zuerst informieren und dann das Gerät billiger via Internet kaufen. Die jährliche Tragik im Weihnachtsgeschäft, (fast) alles wird über Amazon und Co. bestellt. Laut Wirtschaftskammer betrifft der genannte Fall nur einen von zehn Kunden, spielt also zu Weihnachten vergleichsweise nur eine geringe Rolle.

"Der Kunde hat einen hohen Anspruch, und das ist gut so"

Sind Servicepauschalen dennoch die Zukunft? Zumindest ist der Händler laut Konsumentenschutz im Recht, "da die Beratungsdienstleistung klar und offen dem Konsumenten vorgelegt wurde". Beratungsklau ist aber ein Problem. "Wir haben Fixkosten für den Mitarbeiter, das Verkaufslokal, Warenlager, Strom etc. Wenn man mit dem Taxi fährt, ist nachher auch jedem klar, dass man dafür bezahlen muss", sagt Heidemarie Heinz. "Der Kunde hat einen hohen Anspruch, und das ist auch gut so." Sie und ihr Mann betreiben "Spielwaren Heinz", eines der ältesten Spielzeuggeschäfte Wiens.

Foto: Groh Klemens

Was man hier vergeblich sucht? Spielkonsolen. "Es wird immer wichtiger, dass die Familien Zeit miteinander verbringen", so Heinz. Den Onlinehandel spüren sie auch. Tourismusabgabe, Gebrauchsabgabe, Arbeiterkammerumlage, Wohnbauförderungsbeitrag etc.: Diese Abgaben hat der Onlinehandel zum Beispiel nicht zu entrichten. Zudem ist er meist in Ländern mit niedrigen Steuersätzen angesiedelt, was wiederum unserer Republik schadet.

Mittlerweile gibt es auch in Österreich ein Umdenken. Die Wirtschaftskammer verzeichnet bisher ein kleines Plus im "physischen" Weihnachtsgeschäft. Und der Online- Einkauf ist im Vergleich zu 2016 leicht zurückgegangen.

Das Amazon-Logistikzentrum in Pforzheim
Foto: APA/dpa/Uli Deck

"Man muss auf mehreren Kanälen präsent sein"

Walter Fürnwein ist Inhaber des Spielwarengeschäfts "Mädchen und Buben" in der Wiener Servitengasse. Im Interview mit der "Krone" spricht er über das Weihnachtsgeschäft und die Konkurrenz im Onlinehandel.

"Krone": Herr Fürnwein, spüren Sie, dass immer mehr Leute online Spielwaren kaufen?
Walter Fürnwein: Unser Umsatz ist im Geschäft immer gleich, aber was wir schon merken, ist, dass die Kunden die Preise vergleichen. Es kommt oft vor, dass Waren mit dem Handy gescannt werden und wir dann gefragt werden, warum es bei uns teurer ist.

Was antworten Sie diesen Kunden?
Unser Sortiment ist so individuell zusammengestellt, das gibt es im Onlinehandel gar nicht. Außerdem bekommen die Kunden eine kompetente Beratung, und auch der sofortige Umtausch ist bei uns möglich.

Wie locken Sie Kunden in Ihr Geschäft?
Wir sind momentan auf einigen Weihnachtsmärkten vertreten und auch auf Fachmessen. Zusätzlich haben wir noch einen Onlineshop. Man muss heutzutage auf mehreren Kanälen präsent sein.

Was ist Ihr Verkaufsgeheimnis?
Wir vertreten mit unseren hochwertigen und pädagogisch wertvollen Spielwaren eine Nische, und die Kunden schätzen das auch.

Viele Kinder beschäftigen sich lieber mit dem Handy oder mit Videospielen. Sind Ihre Produkte für Kinder von heute noch interessant?
Man merkt schon, dass jetzt die Altersgruppe bei der Verwendung von elektronischer Unterhaltung sinkt. Mit unseren Produkten wollen wir dem ein bisschen entgegenwirken.

Daten & Fakten

  • 1995: Jeff Bezos packt die ersten Bücher in Pappkisten und verschickt sie selbst mit der Post. Das war die Gründung von Amazon.
  • 1999: Amazon steigt in den Markt für Spielzeug und Unterhaltungselektronik ein.
  • 2009: Amazon kauft die US- Variante von Zalando und verkauft nun auch Schuhe.
  • 2016: Der Konzern beginnt neben dem Verkauf auch mit der Herstellung von Artikeln.
  • 2017: Amazon verkauft erstmals Lebensmittel.

Clemens Zavarksy und Katharina Pirker, Kronen Zeitung

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